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Der Wolf heult & der Schlüssel im Eberkopf

 

Zugegeben, Ihr habt jetzt einige Zeit auf Euren absoluten Lieblings-Blog verzichten müssen. Und das tut mir auch wirklich echt und in Farbe leid. Aber Gründe gab es genug. Da waren zum einen unerwartete Problemchen beim Wechsel des Internetanbieters. Und so einen Blog auf dem Handy zu tippen ist nicht so mein Ding. Hab halt keine filigranen Wurstfinger. So, jetzt aber genug der Gefühlsduselei. Nun denn, jetzt heißt es wieder vorwärts zu fahren und das machen wir jetzt auch mit einem Blick in den Rückspiegel.

 

Hatte Euch ja versprochen, dass ich etwas Besonderes angeleiert habe und hier endlich die Aufklärung liefere. In Mainz wurde im Januar 2020 auf der Autobahn ein Wolf überfahren. Der ist jetzt, professionell aufgearbeitet, Teil einer Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum in Mainz. Das ist nicht so eine kleine Klitsche. Ne, dat is auch die Landessammlung für Naturkunde in ganz Rheinland-Pfalz und richtig groß, sogar das größte Museum seiner Art bei uns. Schwerpunkte der Ausstellungen und Sammlungen sind die Bio- und Geowissenschaften in Rheinland-Pfalz und dessen Partnerland Ruanda. Gell, da staunste. Was hat das jetzt mit unser aller liebstes Hobby zu tun?

 

Na der Wolf ist der Protagonist der neuen Sonderausstellungen Wolfswelt & Wolfsland. Die Wissenschaftler und Forscher sind sich ziemlich sicher, dass der Gute, der mittlerweile von allen nur noch Luigi genannt wird, den weiten Weg von Italien über die französischen Alpen bis zu uns gefunden hat und so haben sie seinen Weg in dieser sehr interessanten Ausstellung nachgestellt. Erste Station ist also seine heimatliche Heimat und was braucht man typisch Italienisches, um vor einem Alpenpanorama zu glänzen? Natürlich, ne Vespa. Aber nicht so ein modernes Hochglanz-Eisdielen-Gefährt! Ne, abgewrackt mit Rost & Rissen in der durchgesessenen Sitzbank. So wie der typische Deutsche sich seinen italienischen Flair halt denkt. Wie der Zufall so wollte, konnte das Oldstyle-Magazin mit dem idealen Fahrzeug dienen. Als der Direktor des Museums durchrief, hatten wir direkt einen guten Draht zueinander. Hab ja selbst auch einige Zeit geschichtshistorische Wissenschaften studiert. Und deshalb hatte ich auch ein gutes Gefühl, im meine GS 4 (1. Serie) im original Scheunenfund-Zustand anzuvertrauen. Ein echter Hingucker für alle, die Natur und Geschichte weniger interessiert, die aber einen Familienausflug hinter sich bringen müssen (augenzwinkernde Reiseempfehlung). Dazu gibt es auch noch eine Mitmachausstellung für die Jüngeren zum Thema. Na, ist doch ne klasse Idee.

 

Witzig war auch schon der Aufbau. Warst Du schon mal mit Deiner Vespa in einem beengten Fahrstuhl? Und kaum in der Sonderausstellungsetage angekommen, konnte man den alten Roller farblich kaum von all den ausgestopften Wildtieren unterscheiden. Musste echt zweimal hingucken, sonst hätte ich den Schlüssel noch in den kolossalen Wildschwein-Eberkopf gesteckt. Der Roller wurde übrigens in den roaring Seventies in Porsche Ocker umlackiert.

 

Hab dann mal ein paar nette Bildchen gemacht. Und, was soll ich sagen? Allzu oft haben totes Tier und rostiger Roller einen sehr ähnlichen Blick drauf. Eine Wespe hat eben doch etwas animalisches. Dankenswerterweise wurde mir dann schon mal alles gezeigt und auch den Wolf durfte ich bei den Präparateuren schon mal ganz aus der Nähe sehen. Besuchern wird er hinter Glas gezeigt. Ja, da kannste neidisch werden. Er hat mich aber nicht gebissen, nicht mal nach mir geschnappt. Wusste halt auch, dass ich der nette Kerl mit der Vespa bin. Tja, Rollerfahrer sind eben nicht nur der Schwarm des anderen Geschlechts.

 

Die Ausstellung ist ab sofort geöffnet und läuft noch bis Ende des Jahres.

 

Wir sehen uns auf der Straße oder im Museum!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Stanley (Dienstag, 20 Juli 2021 23:06)

    Was für geile Fotos